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Dezember 2019
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Sehr verehrter, lieber Herr Lienhart,


zu Ihrer Ehrung mit dem Goldenen Stadtsiegel der Stadt Freiburg wie auch nachträglich zu Ihrem 85. Geburtstag gratuliere ich Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen für die kommenden Jahre beste Gesundheit und nicht ermüdende Vitalität.
Wieviel Sie in Ihrem Leben insbesondere für die Richard-Wagner-Verbände geleistet haben, sowohl für Ihren heimatlichen Verband als auch für den Wagner-Verband International, ist unermesslich und verdient den allergrößten Respekt. Es dürfte nicht übertrieben sein, dass
Sie ohne jeden Zweifel eine der großen Anreger- und Mittlerfiguren in der Geschichte der inzwischen weltumspannenden Wagner-Verbände während der zweiten Hälfte des 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts sind. Nicht allein Ihren Freiburger Verband haben Sie jahrzehntelang geführt und sind so zu dessen eigentlichem „Vater“ geworden – Sie waren auch „Geburtshelfer“ nicht weniger lokaler und regionaler Vereinigungen der Wagner-Begeisterten auf verschiedenen
Kontinenten. Und gewiss dürfte Ihr größtes Verdienst sein, die Gründung und Entwicklung des heutigen Richard-Wagner-Verbands International energisch und zugleich mit klugem diplomatischem Geschick vorangetrieben und als langjähriger Präsident intensiv begleitet zu
haben. Dies ist gar nicht genug zu würdigen. Es bedurfte dazu einer Persönlichkeit wie der Ihrigen: stets verbindlich und von außergewöhnlich zugewandter Freundlichkeit, voller Überzeugungskraft, erfüllt von ehrlicher Leidenschaft und mitreißender Verve, zugleich mit sanft insistierender Beharrlichkeit in allen Bemühungen nie nachlassend, eloquent und mit einer ebenso weitreichenden historischen wie künstlerischen Bildung ausgestattet, die jedes Gespräch mit Ihnen zum Vergnügen macht. Sie pflegten nicht irgendwelche präsidialen Attitüden, vielmehr waren Sie immer die große Integrationsfigur, aufrichtig und glaubhaft in allen Einzelheiten, weil Sie für Ihre Aufgabe und Ihre Visionen in Ihrem Herzen und Geist regelrecht „brannten“. Den Bayreuther Festspielen sind Sie über viele Jahrzehnte immerfort einer der engsten Freunde gewesen und sind es bis in die Gegenwart geblieben. Ihre Kennerschaft der Werke und des Festspielgeschehens ist beispielhaft zu nennen. Ohne sich aufzudrängen, ohne sich einzumischen haben Sie Jahrzehnte der Festspiele begleitet und diese selbstlos unterstützt, wo Sie nur konnten. Aber nicht blind verherrlichend, sondern offen, mit sachlichem Rat und auch kritisch – wie man es von einem wahren Freund erwartet. Dafür sei Ihnen an dieser Stelle herzlichst gedankt.
Es ist mir eine große Freude, Sie weiterhin als aufmerksamer Begleiter an der Seite der Bayreuther Festspiele zu wissen, deren Entwicklung Sie hoffentlich auch künftig mit Sympathie verfolgen werden. Alle guten Wünsche für Sie und sehr herzliche Grüße in großer Verbundenheit,

Ihre
Katharina Wagner

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